Pressetext, Ausstellungseröffnung der Fotoausstellung SICHTWEISEN vom 08.–29. Juni in der Sparkasse Starkenburg, Viernheim
 
SICHTWEISEN
SICHTWEISEN – wie das Wort schon sagt, gibt es verschiedene Weisen Objekte, Menschen und auch Situationen zu betrachten. Fragt man verschiedene Leute ein Motiv zu beschreiben, bekommt man unterschiedliche Antworten, weil jeder seine eigene Erfahrung, seine Gefühle, seine Sichtweise mit in die Beschreibung hineinlegt.
Seit dem frühen 19. Jahrhundert hat sich die Fotografie als anerkannte Kunstform etabliert. Durch die Einführung des Kleinbildformats kamen zu der Portraitfotografie schließlich Landschafts- und Architekturaufnahmen dazu. Natürlich wurde und wird auch die Fotografie von aktuellen Kunstströmen beeinflusst.
So beeinflusste der Kubismus (die künstlerische Reduzierung eines Objektes auf geometrische Figuren) die Fotografen Bernd und Hilla Becher, die durch die Düsseldorfer Photoschule weltweit bekannt wurden. Diese neue Sachlichkeit ihrer Schwarz-Weiß-Fotos, die Industrie und Architektur zum Motiv hatten, wurden zu Dokumentationsreihen ihrer Zeit.Mit der Digitalfotografie und der nachträglichen Bildbearbeitung stehen uns heute viel mehr gestalterische Möglichkeiten zur Verfügung als noch vor 50 Jahren.

Natürlich kommt damit auch die Frage auf: Was macht Fotografie eigentlich zur Kunst? Denn es ist ja kaum noch eine handwerkliche Fähigkeit notwendig um schöne Fotos zu machen und inzwischen kann jeder sogar auf seinem Handy kostengünstig seine Bilder vielfältig bearbeiten.
Wie Sie feststellen werden, sind meine Fotos keine sachlichen Dokumentationsreihen von Viernheim und Umgebung. Meine Fotos sind meine Interpretationen, meine Sichtweisen der betrachteten Motive. Motive, die einerseits Gottes wundervolle Schöpfung und andererseits architektonische Elemente aufgreifen. Ich habe zwar versucht, Formen und Strukturen aufzuspüren, aber dann auch versucht, einzufangen wie die Objekte oder Landschaften auf mich wirken. Durch die Technik der gestischen Fotografie und der anschließenden digitalen Nachbearbeitung wollte ich diesen Eindruck verstärken.

In der
gestischen Fotografie wird während des Auslösens die Kamera bewegt, bzw. führt der Fotograf mit der Kamera Bewegungen aus. Diese unterschiedlichen Gesten: große, kleine, fließende, abrupte, dreieckige, viereckige, hoch oder runter, ... führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Um viel Zeit für diese Bewegungen zu haben, verlängert man die Belichtungszeit, indem man Graufilter benutzt und damit den Lichteinfall dämpft. Bei dieser Technik entsteht schließlich ein Bild, das ähnlich aussieht wie eine Mehrfachbelichtung. Betrachtet man z.B. das Foto „Herbstverlauf“ vom Viernheimer Anglersee, sieht man nicht nur eine Spiegelung der Bäume im Wasser, sondern auch eine Wiederholung der Baumreihen oberhalb des Waldes.

Ob diese Fotos Kunst genannt werden können? Das muss dann der Betrachter und schließlich die Kunstszene selber entscheiden.

Für mich sind sie meine Sichtweisen von Viernheim und Umgebung, die ich gerne mit anderen teile.

Auf zwei Projekte möchte ich noch besonders hinweisen, da die
Verkaufserlöse als Spenden gedacht sind:
Das Foto
„Rote Bank“ zeigt eine von zwei Bänken der Sparkassenstiftung der Sparkasse Starkenburg, die ihm Vogelpark stehen. Der Verkaufserlös soll in die Stiftung als Spende zurückfließen.Das Foto „Flamingos“ und die kleine Collage vom Vogelpark: Hier geht der Verkaufserlös als Spende an den Verein Viernheimer Vogelpark um laufende Kosten zu decken.

Cordula Hilgert


Cordula Hilgert | Tel (0176) 38 29 74 86 | Email hilgertcordula@gmail.com | www.hilgertcordula.myportfolio.com
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